Arbeitsstelle Rechtsextremismus - kompetente Zivilgesellschaft

Miteinander: Antisemitischer Vorfall an einer Sekundarschule in Parey PDF Drucken

Der antisemitische Vorfall an einer Sekundarschule in Parey ist Bestandteil einer rechtsextremistischen Alltagskultur unter vielen Jugendlichen in Sachsen-Anhalt

Image "Der antisemitische Vorfall an einer Sekundarschule in Parey ist Bestandteil einer rechtsextremistischen Alltagskultur unter vielen Jugendlichen in Sachsen-Anhalt", sagte Roman Ronneberg, Geschäftsführer von Miteinander e.V.: "Mittlerweile ist an vielen Schulen eine große Bandbreite rechtsextremer Einstellungen und Aktivitäten zu verzeichnen. Sie reicht von solch besonders schwerwiegenden Beispielen wie in Parey, über körperliche und verbale Übergriffe auf nichtrechte Jugendliche, dem Verteilen rechtsextremer Propaganda (z.B. die kostenlosen so genannten Schulhof-CD´s) bis hin zu konkreten Organisierungsbemühungen von JN und „Freien Kameradschaften“ unter Schülerinnen und Schülern."

Nur selten wird dieser Tatsache – wie gerade in Parey – mediale und gesellschaftliche Aufmerksamkeit zuteil. Um dieser Entwicklung wirkungsvoll zu begegnen, bedarf es einer Sensibilisierung aller beteiligten Akteure/innen – Eltern, Lehrer/innen, Schüler/innen und dem sozialen Umfeld Jugendlicher. Rechtsextreme Aktionen und Einstellungen müssen erkannt und offensiv thematisiert werden. Dabei darf es nicht bei hektischem Reagieren angesichts besonders öffentlichkeitswirksamer Vorfälle bleiben. Vielmehr braucht es eine kontinuierliche Arbeit von allen Beteiligten. Ronneberg wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass erfolgreich arbeitende Projekte wie die Mobile Opferberatung und die Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e.V. durch das Auslaufen der Bundesprogramme in ihrem Fortbestand gefährdet sind. „Bis jetzt hat weder die Große Koalition in Magdeburg noch die in Berlin eine befriedigende Antwort auf die Frage gefunden, wie es mit diesen Projekten ab Januar 2007 weitergehen soll.“

Der Verein Miteinander e.V. bietet auf Grundlage langjähriger Erfahrungen zahlreiche Möglichkeiten für Lehrer/innen, kommunale Verantwortungsträger/innen und andere Multiplikatoren/innen, sich über Themen, Handlungen und Strukturen rechter Akteure/innen zu informieren und auf dieser Basis Handlungsstrategien im Umgang mit dem Rechtsextremismus zu entwickeln. Hierzu zählen z.B. Beratungen und Aufklärungsveranstaltungen über die Entwicklungen in der rechtsextremen Szene oder auch Zivilcouragetrainings. Für Schüler/innen können ebenfalls Projekte zu den Themen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Geschichte der NS-Zeit in Anspruch genommen werden.

 

Magdeburg, 13.10.06